Wo sind denn nun die Quellen der „Amel"?

Diese nicht alltägliche Geschichte begann im März 2007 mit einem Schreiben des Gemeindekollegiums Amel an unsere Koordinationszelle und der Kopie eines Briefes, den das Kollegium erhalten hatte. Dieser Brief beklagte einen „Irrtum" in Bezug auf die Quellen der „Amel", der in einem kürzlich erschienen Grenz-Echo Artikel über unseren Flussvertrag und auf einer Karte in einem von der Gemeinde Amel herausgegebenen Werbeprospekt vorkommt. Der Brief endete mit einer Aufforderung, diese falsche Lokalisierung zu korrigieren, und ein für allemal die „wahre" Lage der Quellen festzulegen.

Es bestehen zwei Situationen:

- Für die „alten Leute" aus der Gegend ist die „Amel" der Wasserlauf, der in der Nähe von Hepscheid und zwischen Heppenbach und Halenfeld fließt. Auf den aktuellen Karten heißt dieser Wasserlauf jedoch „Heckbach", was deren Meinung nach ein Fehler ist! Tatsächlich trägt dieser Bach auf den alten preußischen Karten den Namen „Amel" (aber nur auf dem Gebiet der Gemeinde Amel - auf Büllinger Seite, wo sich die Quellen im Osten des Mühlenbuschs befinden, wird er auf der gleichen Karte „Heckbach" genannt). Den Namen „Amel" findet man auf den aktuellen Katasterkarten (die ebenfalls zur Preußenzeit entstanden sind) wieder.

Der Namenswechsel, Ursprung des heutigen „Irrtums", müsste also entstanden sein, als das Gebiet nach dem ersten Weltkrieg zu Belgien übergewechselt ist.

Zur Geschichte: zwischen dem Anfang des 19. Jh. und dem Ende des Krieges 1914-1918 gehörten die Ostkantone zu Preußen, erst ab 1919 wurden sie von Belgien verwaltet.

- Die Lokalisierung der Quellen der „Amel" am Robichsknopp, wie u.a. vom Flussvertrag übernommen, basiert auf dem Offiziellen Atlas der Wasserläufe (der seinerseits auf die IGN-Karten beruht).

Darin wird der Name „Heckbach" ebenfalls verwendet für den Bach, der in der Nähe von Hepscheid und zwischen Heppenbach und Halenfeld fließt.

Gewillt, die ursprüngliche Lage wieder herzustellen, haben wir Herrn BALON, Direktor des Technischen Dienstes der Provinz Lüttich und Verantwortlicher für die betroffenen Wasserläufe, zu Rate gezogen.

Die Rechtmäßigkeit dieser Vorgehensweise anerkennend, erklärte Herr BALON, dass es nicht in seiner Macht liege, selbst den Offiziellen Atlas der Wasserläufe abzuändern, und man müsse dessen Erneuerung (durch die Provinzabgeordneten) abwarten, bevor man diese „Berichtigung" vorschlagen könne. Da sich die Namen des Atlasses nach den IGN-Karten orientieren, schlug er vor, zuerst die „Berichtigung" der IGN-Karten anzufragen (verflixt, die neue Karte der Gegend war gerade erst erschienen, und so müssen wir nun die Herausgabe der nächsten abwarten, um die „Berichtigung" anzufragen). Allerdings könnte die Gemeinde schon vor Ort den Namen ändern, und zwar an den Brücken, die den („falschen") „Heckbach" überqueren, durch das Aufstellen von Hinweisschildern „Amel" (was tatsächlich inzwischen geschehen ist).

Es schien uns auch sinnvoll, mehr über die Namensänderung zu erfahren (Wann? Auf welcher Karte? …), und hierfür haben wir wertvolle Hinweise aus den „Archiven" der IGN erhalten.

Man findet die Änderung schon auf der ersten „belgischen" Karte der Gegend, die 1925 durch das Militärische (noch nicht Nationale) Geographische Institut erstellt worden ist. Der erste Teil des Baches, der auf dem Gebiet der Gemeinde Büllingen entspringt, hieß immer „Heckbach". Auf Seite der Gemeinde Amel trägt dieser Bach den Namen „Hepscheiderbach" (und wurde erst viel später auf den Karten durch „Heckbach" ersetzt).

Auf dieser Karte von 1925 heißt der Bach, der von Robichsknopp kommt, „Tabesch" (der Name „Taubesbach" wird in anderen Quellen erwähnt) und ist einer der drei Nebenflüsse der „Nesselborn". Die beiden anderen Nebenflüsse heißen „Auelsborn" und „Hellbach", auch noch auf den heutigen Karten.

Schlussendlich können wir festhalten, dass im „Grenz-Echo" Artikel niemand ganz Recht oder ganz Unrecht hatte!

Was die Quellen der „Amel" betrifft, so befürwortet die Gemeinde Amel, die sich mit dieser „Akte" befasst, die Rückkehr zur „historischen" Situation. Wir werden es nicht versäumen, Sie diesbezüglich auf dem Laufenden zu halten.

Traduction : Madame Bernadette PROESS de l’Adm. Com. de Büllingen

 

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